„Gröpelingen Depot“
Nach einem Theaterstück 2008/2009 von
Marinella Charlotte van ten Haarlen
Alex, 24, strammer Neonazi der „Neuen Deutschen Volksfront“ aus Gröpelingen wird nach der monatelangen Verbüßung einer Geldstrafe, wegen Landfriedensbruchs, aus der JVA Bremen Oslebshausen entlassen.
Seine Partei- Kameraden, Saufkumpanen erwarten ihn diesmal nicht vor der Tür.
Stunden vor der Entlassung bekam er Besuch eines Anwaltes , der im Auftrag des Kreisvorsitzenden Schneider, der ihm das Vertrauen der Partei entzog, ihn versucht einzuschüchtern. Ihn quasi für vogelfrei erklärt.
Schneider selbst mutmaßt, dass sich Alex mit dem Verfassungsschutz eingelassen hat, um einer wesentlich härteren Bestrafung zu entgehen. Nun aber als „Maulwurf“ innerhalb der Partei, sachdienliche Informationen für den Verfassungsschutz sammeln soll.
Damit die Gruppierung verboten werden kann.
Von seinem letzten Geld holt er sich im nahen Supermarkt ein Sixpack Bier. Beschließt dann,verzweifelt, sich das Leben zu nehmen. Sich vor den Zug zu werfen. Er hat alles verloren, vorallendingen seine einzige Existenz, die Partei Schneiders.
In „Gröpelingen Depot“, dem Straßenbahnenddepot und Busbahnhof des kosmopolitischen Stadtteils trifft er auf Leila, 19. Die hegt auch den Gedanken sich umzubringen. Eine zu Tode verzweifelte Iranerin, die zwischen den Sträuchern an der Bahnlinie sitzt, sich versteckt,weint, Kette raucht.
Es kommt zum Streit zwischen den beiden, als Leila den Mut nicht findet, sich das Leben zu nehmen.
Drei Anläufe scheitern.
Sie wohnt auch in Gröpelingen. Bei ihren Eltern, nach und nach bringt sie heraus, dass ihre drei Brüder sie suchen, weil sie Abdul, einen radikalen Moslem heiraten soll. Dass sie verbrannt werden soll, wenn sie Abdul nicht heiraten sollte. Jedoch plant dieser in Bremen, zusammen mit seinen Freunden seit Monaten, einen verheerenden Selbstmordanschlag. Will dabei Leila mit in den Tod nehmen. Die Familie verlangt, dass dieses Opfer für den Glauben bringt. In höchster Not entkommt sie über das Vordach, versteckt sich stundenlang in Vorgärten, dann an der Bahnlinie.
Leila und Alex klagen sich gegenseitig ihr Leid, ihre Verzweiflung mit den Behörden, der BagIS, dem Ausländeramt. Kommen einander unvermutet näher, verstehen in der aufziehenden Nacht viele Dinge, die sie verbinden, versuchen sich in der extremen Situation gegenseitig zu stützen.
Leilas Brüder und die Schlägertruppe verbünden sich, jagen die beiden auf das Gelände einer nahen Schrotthalde, es kommt zum Kampf auf Leben und Tod innerhalb der tausenden, aufgestapelten Autowracks.
Ein packendes Sozialdrama im Krimistil des 21. Jahrhunderts.
Preis: 26 Euro
Erscheint im März 2010 bei ciando
Montag, 14. Dezember 2009
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